Am Donnerstag den 21. April 2023, dem letzten Fastentag des heiligen Monats Ramadan, organisierten wir als Oberstufe ein gemeinsames Fastenbrechen. Unsere interreligiösen Unterschiede standen uns dabei nicht im Wege. Wir verbrachten alle zusammen einen gesegneten Abend, ob muslimischen Glaubens oder nicht-muslimischen Glaubens. Mit dem Gebetsruf kündigten wir bei Sonnenuntergang das Iftar an und genossen im Anschluss das gemeinsame Essen. Wir Muslime stimmten danach das Abendgebet an und ließen den Rest des Abends ausklingen. 

Ein großer Dank an alle, die sich an der Organisation beteiligt und das leckere Essen vorbereitet haben. Auf ein weiteres gemeinsames Fastenbrechen! (Von Harun).

Was ist eigentlich Ramadan?

„Wie im Christen- und Judentum, gibt es auch im Islam eine Fastenzeit. Einmal im Jahr fasten Muslime einen ganzen Monat im sogenannten Ramadan. Für Muslime auf der ganzen Welt ist dieser Monat etwas ganz Besonderes. Aber was genau ist denn Ramadan? 

Ramadan, das ist der Name des 9. Monats im islamischen Kalender. In diesem Monat wird gefastet. Das Fasten, welches eine der fünf Säulen im Islam ist, bedeutet: nichts essen und nichts trinken und alle körperlichen Bedürfnisse werden eingeschränkt, von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. Aber warum macht man das? Beim Fasten geht es um die spirituelle Entwicklung des Menschen. Also nicht nur darum, dass der Mensch zum Selbstzweck hungert und durstet. Indem Muslime während des Fastens auch auf Dinge verzichten, die sonst erlaubt sind, fokussieren sie sich auf ihren Geist und ihre Seele. 


Die Gedanken beschäftigen sich mit Gott, mit einem Ziel, nämlich die Liebe Gottes zu erlangen. Was Muslime ohnehin das ganze Jahr über machen, machen sie in diesem Monat besonders intensiv. Das Fasten ist außerdem ein Mittel um Mitgefühl für Leidende zu schärfen und ihnen zu helfen. Denn für viele Menschen ist das Hungern und Dursten leider eine grausame Realität. Wer einmal, wenn auch nur von morgens bis abends, auf Essen und Trinken verzichtet hat, der kann das Leiden, das diese Menschen empfinden, zumindest ein wenig besser erahnen. Übrigens: Wer fasten darf, ist im Koran geregelt. Kranke Menschen, Reisende oder Frauen die z.B. schwanger sind, sollten oder dürfen nicht fasten. Auch Kinder fasten nicht.

Abends, wenn die Sonne untergeht, ist es dann Zeit fürs Fastenbrechen. Das heißt auf Arabisch Iftar. Der heilige Prophet Muhammed, Friede und Segen Allahs seien auf ihm, brach sein Fasten mit einer Dattel. Wir Muslime tun es ihm heute noch gleich.“ (Von Ravza).

Die Initiative kam von einigen Schüler*innen der Oberstufe, die fragten, ob man denn nicht mal gemeinsam ein Fastenbrechen in der Schule veranstalten könne. Gesagt getan! Die Resonanz, sowohl bei den Schüler*innen als auch beim Kollegium war sehr positiv. Ganz viele brachten zum Ausdruck, wie toll sie die Idee finden und fragten auch sofort nach, wie sie sich einbringen könnten. Es fanden sich recht schnell Schüler*innen, die bestimmte Aufgaben übernahmen wie bspw. die Organisation des Auf- und Abbaus, wer am Grill steht, wer das Fleisch besorgt, wer durch den Abend führt, etc. Auch aus dem Kollegium kam tatkräftige Unterstützung von Beginn des Abends bis zum Wegräumen des letzten Tellerchens. 



All der organisatorische Aufwand im Vorfeld lohnte sich, denn nach dem Kommentar eines Schülers aus der Q1, der sagte, dass dieser Abend ihn so  glücklich mache, weil er so viel Gemeinschaft spüre zwischen allen, Lehrer*innen und Schüler*innen sowie Muslimen und Nichtmuslimen, ging auch uns das Herz auf. So kam auch von mehreren Seiten scherzhaft der Ausspruch: Das war so schön, das müssen wir jeden Donnerstag machen. Das schaffen wir organisatorisch leider nicht, aber alle waren sich einig, dass an diesem Abend eine Tradition begründet wurde – im Jahreskalender für das Schuljahr 2023/24 ist der Termin bereits vermerkt. (Von Frau Caglayan, Beratungslehrerin Q1).

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